Ein Zwischenstand zur Immobilienreform und Haushaltslage vom 08.03.2025

Wie geht es weiter in unserer Pfarrei?

Das vergangene Jahr brachte sehr viele Diskussionen um Immobilien und die Zukunft der Standorte in unserer Pfarrei. Nachdem die Pfarrliche-Immobilien-Kommission (PIk) Vorschläge erarbeitet hatte und die Gruppe der geistlichen Unterscheidung diese aus Sicht der seelsorglichen Anforderungen unserer Pfarrei bewertete, hatte sich der Kirchenvorstand entschlossen, dem Erzbischof den Vorschlag vorzulegen, der den Erhalt aller unserer Standorte vorsieht.

Dieser Vorschlag wurde von unserem Erzbischof nur unter erheblichen Vorbehalten akzeptiert. In einem Schreiben hierzu (siehe unten) macht er seine Bedenken deutlich und fordert uns auf, bis zum Jahr 2030 unsere Entscheidungen in Teilen noch einmal zu überdenken und mit Plänen zu unterlegen. Das Schreiben des Erzbischofs ist in dieser Ausgabe abgedruckt und auch auf unser Internetseite zu finden.

Zusätzlich zeigt sich im Zuge der Vorausschau auf kommende Haushaltsjahre und neue Regeln der Rücklagenhandhabung, dass unsere Wunschplanung, alle 5 Standorte als primäre Standorte im Rahmen unseres Haushalts zu erhalten, sich vor diesen neuen Gegebenheiten als undurchführbar erweist. Von einer Zuweisung aus Kirchensteuermitteln von 625.781 € für 2025 müssen wir nun 265.622 € für alle primären Gebäude als Instandhaltungsrücklage auf ein Sperrkonto hinterlegen. Allein in diesem Jahr wird unsere Pfarrei so voraussichtlich ein Minus von über 240.000 € machen, was unsere Finanzreserven bereits ab den kommenden Jahren nicht mehr auffangen können. Diese Rücklage müssen wir bis 2030 jedes Jahr bilden, ohne dass wir auf dieses Geld vor 2030 Zugriff haben.

Der Kirchenvorstand wird sich also gemäß den Vorgaben des Erzbischofs und den neuen Vorgaben zur Haushaltsführung erneut mit der Zukunft unserer Standorte beschäftigen müssen. Hierbei steht ein Ergebnis schon fest: Die Pfarrei kann aus Kirchensteuermitteln keine 5 Standorte halten. Bei fortschreitender Verschlechterung der Finanzsituation ist selbst der Erhalt von 2 Standorten aus Kirchensteuermitteln auf Dauer nicht mehr gesichert.

Wie geht es weiter? Fünf lebendige Gemeinden können nicht einfach abgewickelt werden. Das wollen wir nicht. Wir werden aber nicht umhinkommen, Gemeinden zu sekundären Standorten zu erklären, deren Erhalt sich aus der Kraft der Gemeinde vor Ort selbst ergeben muss. Wie das im Detail aussehen kann und welche Chancen für neue Entwicklungen wir an welchen Standorten nutzen können, damit beschäftigen sich zurzeit der Kirchenvorstand mit seinen Ausschüssen und wird dies dann in die Gemeinden tragen.

Es sind noch viele Fragen zu klären: Für uns als Pfarrei, für jede Ortsgemeinde, für jeden von uns. Wenn unsere Wünsche nicht unserem Können entsprechen, verkleinern wir unsere Wünsche oder steigern wir unser Können? Unsere Zuversicht und Hoffnung bleibt, dass in unseren Gemeinden noch sehr viel Können zu entdecken ist.

Dr. Uwe Marheinecke

Vorsitzender des Kirchenvorstands


Antwort-Bischoff-auf-PIK-Ergebniss